ARD

Markenpflege im Nachrichten-Journalismus

Wenn mit Wolfgang Büchner, dem bisherigen Chefredakteur der Deutschen-Presse-Agentur, ein Nachrichtenmann das Kommando beim SPIEGEL übernimmt, dann zeigt das vor allem den hohen Wert, den "competing news brands" inzwischen besitzen. Die dpa hat Büchner gründlich von der Muffigkeit früherer Jahre befreit. Markenpflege im Nachrichtenbereich funktioniert, wenn Nachrichtengrundsätze nicht vergessen werden. Zum Beispiel diese hier:

Zuviel Klüngel im WDR

"Ich bin ein Kind der von den öffentlich-rechtlichen Sendern dominierten Fernsehkultur. Lange habe ich an deren Philosophie einer über Gremien organisierten und durch Gebühren finanzierten "Neutralität" geglaubt", schreibt Hildegard Stausberg, die Vorsitzende des Kölner Presseclubs und Autorin der Tageszeitung "Die Welt". Ihre Kritik am Klüngel im WDR dokumentieren wir hier ebenso wie die Entgegnung der Pressestelle des Senders. 

Krieg der Medien

Siebzehn Euro achtundneunzig im Monat. Das ist der Rundfunkbeitrag, den wir für ARD, ZDF und Deutschlandradio zahlen. Vielleicht demnächst auch für einen neuen Jugend-TV-Kanal, der gegen RTL und ProSieben in Stellung gebracht werden soll.

Siebzehn Euro achtundneunzig pro Haushalt. Ist das zu viel? Während viele Print-Redaktionen ums Überleben kämpfen?

Olympia-TV: Live ist nicht mehr live

„Happy and glorious“: London 2012, die Olympischen Sommerspiele sind vorbei. ARD und ZDF haben von den Übertragungen in hohem Maße profitiert. Ohne die Rekord-Einschaltquoten bei den Wettbewerben – wie schon bei der Fußball-Europameisterschaft zuvor – würden die öffentlich-rechtlichen TV-Sender 2012 in der Gunst jüngerer Zuschauer noch weiter zurückfallen. Die Bilder, die sie aus London zeigten, haben Gold verdient. Danke dafür! Bei den Kommentatoren und Moderatoren sollten bis Rio einige an ihrer Olympia-Norm arbeiten.

Anders als die Tagesschau: die RTL2 News

Der Begriff objektive Berichterstattung gehört zum Kern des journalistischen Selbstbildes. Aber er ist eine Illusion. Denn hinter jeder medialen Bearbeitung von Realität stecken Auswahlprozesse und subjektive Kriterien. Das gilt auch für Nachrichten. Viele Kollegen wollen die Dualität zwischen privat und öffentlich-rechtlich nicht aufgeben: hier die gebührenfinanzierten Gralshüter aus der Abteilung "seriöse Information" – dort die werbefinanzierten "quotenorientierten Rattenfänger" der Privaten. Diese Polarisierung ist nicht nur falsch - sie verhindert auch wichtige Diskussionen über Rahmenbedingungen redaktioneller Arbeit und verschleiert die Notwendigkeit, die Privaten in ihren journalistischen Bemühungen medienpolitisch aktiv zu unterstützen.

Shitstorm über dem Kommentatoren-Platz

Wenn etwa 30 Millionen TV-Zuschauer ein Fußballspiel ansehen, hat der Kommentator einen schweren Stand. Zumal sich die Fans nicht mehr an dem Bundestrainer abarbeiten können. Jogi Löw ist – ähnlich wie Vorgänger Jürgen Klinsmann – über alle Zuschauer-Kritik erhaben. Also müssen die Männer am Mikrophon herhalten. Béla Réthy und vor allem Steffen Simon sind die Feindbilder. Zu Recht?

Nach Piels Wiederwahl: Was der WDR jetzt braucht

Die WDR-Intendantin Monika Piel hatte in den vergangenen Wochen wahrlich keine gute Presse: der Gottschalk-Misserfolg im ERSTEN, das Reform-Debakel bei der Hörfunkwelle WDR3. Dass die Senderchefin ihr Amt jetzt bis zum Jahr 2019 behalten darf und bei der Wiederwahl im Rundfunkrat ohne Gegenkandidat blieb, hat manche Beobachter überrascht. Das zeugt nicht von überaus profunder Kenntnis des Sendergeschäfts. Die Journalistin Piel hat nun Gelegenheit, ihre Kritiker zu überraschen. Was der WDR jetzt braucht?

"Gottschalk Live" - und nun? Privatisiert DAS ERSTE!

"Wohin mit Opa?" So der Spott im Internet über Thomas Gottschalk. "Dieser alte Mann da", sagen jüngere Menschen, wenn sie auf den Moderator angesprochen werden. Der sitzt seit gestern in einer Talk-Kulisse, die entfernt an die von Sandra Maischberger erinnert. Von seinem sogenannten "Wohnzimmer" hat nur der Tisch überlebt. Vielleicht fliegt der auch noch.

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