Meinung

Das Erste, die BBC - und der Unterschied

Der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen moderiert gelegentlich selbst. Sonntags im „Presseclub“ kann man Volker Herres dabei zusehen, wie er mit Journalisten die Weltlage bespricht. Dass er das gerne macht, kann man getrost annehmen: Herres hat früher beim Norddeutschen Rundfunk als Journalist gearbeitet. Doch seit November 2008 ist er Programmdirektor, und das ist nun ein ganz anderer Job. Herres verantwortet ein Fernseh-Programm, das in diesen Tagen Erstaunliches anbietet. Zum Beispiel eine Reihe von Talk-Shows.

Gute Quote bringt noch kein Profil - Teil II

„Wenn zwei Männer mit ihren Penissen Klavier spielen, sitzt jeder vierte Zuschauer davor, obwohl es ihm in aller Regel nicht wirklich gefällt.“ So schreibt Roger Willemsen in der Süddeutschen Zeitung über die RTL-Sendung „Das Supertalent“ und über die Qualität im deutschen Fernsehen. Roger Willemsen hatte selbst viele TV-Sendungen, aber eine war wirklich grandios: „Roger Willemsen – das Fernsehgespräch.“ Was machte die Sendung grandios?

Gute Quote bringt noch kein Profil

Heutzutage ist es ja schick, ein Profil zu haben. Bei facebook zum Beispiel, bei Google+ oder bei Xing. Als Politiker sowieso, aber auch als Schauspieler, Journalist oder Moderator. Unternehmer, Manager geben viel Geld aus, um nicht profillos zu sein. Sie holen sich Berater ins Haus, um auch im Journalismus bekannte W-Fragen zu klären: Warum, Was, Wie, Wozu?

Über Unabhängigkeit

Wenn Journalisten zu Schönrednern werden, verspielen sie in kürzester Zeit ihr mühsam aufgebautes Image. Etwa das, einem Leitmedium anzugehören. So hat die Zeitung mit den großen Buchstaben in den letzten Wochen nicht nur einen politischen Hoffnungsträger verloren. Also doch: kein Leitmedium, sondern ein Kampfblatt.

Politik-TV im Super-Wahljahr

„Heute ist Politik ist der neue Sex, damit meine ich alles, was unsere Gesellschaft betrifft.“ Als Marc Conrad im Jahr 2005 das in einem epd-Interview sagte, war er seinen Job als RTL-Geschäftsführer schon so gut wie los. Heute, sechs Jahre später, zeigt sich: Conrad lag in dieser Frage richtig. Am Ende einer spannenden Nachrichtenwoche zeigt sich: Politische Themen im Fernsehen ziehen.

PAUSE!

Zwei Schlagzeilen der zurückliegenden Woche. "Im Fernseh-Bergwerk" überschreibt DER SPIEGEL einen Bericht über die Arbeitsbedingungen von Journalisten bei RTL. "Schäubles Sprecher wirft hin" titelt einen Tag später etwa die Online-Ausgabe der ZEIT über den Rücktritt des gedemütigten Pressemannes Offer. Andere machen weiter. RTL meldet, das operative Ergebnis der Group sei erneut gesteigert worden. Der Finanzminister fährt nach Seoul und wacht über die Weltfinanzen. Für alle Verantwortlichen ein Tipp fürs Wochenende: Einmal innehalten.

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