Zeitungssterben: Nur eine Technikfolge?

Manchmal verstecken sich hinter spröden Begriffen sehr spannende Dinge. Das Wort „Technikfolgenabschätzung“ zum Beispiel. Im Deutschen Bundestag gibt es dazu den Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Der diskutiert gerade die „gesetzlichen Regelungen für den Zugang zur Informationsgesellschaft“. Und dabei – nebenbei – die Handlungsfelder für die Medienpolitik.

Der Bericht, der dem Ausschuss seit Ende Dezember dazu vorliegt, ist 132 Seiten stark und enthält für Journalisten und Medienmaganer brisantes Material. So wird zum Beispiel beschrieben, wie die Tageszeitungen in Deutschland (in ihrer gedruckten Form) massiv an jüngerem Publikum (Reichweite der Tageszeitungen nach Altersgruppen in Prozent) verloren haben. Wo neue Leser herkommen sollen, erscheint schleierhaft. Beschrieben wird auch, dass es immer noch eine nennenswerte Zahl von Bundesbürgern gibt, die eine Internet-Breitbandversorgung nicht nutzen können. „Es hat sich gezeigt, dass andere Länder ambitioniertere Ziele bei der Versorgung der Bevölkerung mit Breitbandinternet formuliert haben.“.

Unter dem Stichwort „Qualitätsjournalismus“ wird festgestellt, Zitat, dass das

„Thema der Sicherung der Bedingungen für Qualitätsjournalismus im Internet verstärkt diskutiert (wird) und sollte im Fokus der Medienpolitik bleiben. Besondere Probleme werden in der lokalen Berichterstattung, aber auch über den Zeitungsbereich hinaus, z. B. bei den Programmen der privaten Fernsehsender gesehen. Zu den diskutierten Abhilfemaßnahmen gehören u.a. eine öffentliche Förderung, z.B. über eine Stiftung Journalismus, ähnlich der Filmförderung, Anreizsystem für mehr Qualität im privaten Fernsehen oder auch Kooperationen zwischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und privaten, gewinnorientierten Medienunternehmen".

Ob das reicht? Alles ein bisschen spröde, jedenfalls. Aber eine gute Grundlage für die notwendige medienpolitische Neuausrichtung in Deutschland. Der Bericht des Ausschusses sei allen Journalisten zur Lektüre empfohlen. Hier der Link zur PDF-Datei.