Verbotene Liebe - Ein Magazin über Fernsehen

Das kommt ziemlich selten vor: Zeitungsjournalisten gehen liebevoll mit dem Medium Fernsehen um. Dem Magazin der Süddeutschen Zeitung ist dies in dieser Woche gelungen. Verbotene Liebe ist der Titel des wundervollen Heftes, das unbedingt seine Leser finden sollte. Nicht nur, weil sich Amelie Fried, Sandra Maischberger, Günther Jauch  und Giovanni di Lorenzo zu einem Gipfeltreffen der Macher von "Live aus dem Alabama" wiedertreffen.

Auch nicht nur, weil Künstler und Intellektuelle über ihre TV-Gewohnheiten sprechen und sich zum Beispiel der Literaturkritiker Fritz J. Raddatz ("Ich schaue am liebsten Tierfilme") standesgemäß empören kann: "Über den Rest bis ich ehrlich gesagt schaurig empört. Das Programm ist zu einer Schunkelveranstaltung verkommen: Quizshows, Volksmusik, Talkrunden ohne Ende - alles grauenvoll."

So weit, so gut, aber auch so erwartbar. Die beiden SZ-Autoren Simon Feldmer und Max Fellmann stellen fest, "dass Fernsehen gerade dann spannend, unterhaltsam und, ja, auch lustig sein kann, wenn den Machern die Quote erkennbar egal ist". Auch das stimmt. Vergessen wird dabei, dass die Flimmerkiste als Massenmedium nur (noch) dann seine Berechtigung hat, wenn zum Beispiel prominente Moderatoren ihre Arme weit, weit öffnen und ihr Publikum in dieselben nehmen. Was nicht bedeuten muss, dass die Zuschauer auch auf den Arm genommen werden wollen.

Es ist also ein wundervolles Heft, das da aus München kommt. Vielleicht sind Printjournalisten und "Fernsehfuzzis" (nochmal Raddatz) in Wirklichkeit ja ein heimliches Liebespaar. So wie jenes Paar auf dem Titel des Heftes. Es stammt übrigens im Original von einem Werbeplakat für Grundig-Fernsehgeräte aus den 50er Jahren (Bild). 

Hier finden Sie einen Überblick über die Themen des Süddeutsche Zeitung Magazins "Verbotene Liebe".