Über Unabhängigkeit

Wenn Journalisten zu Schönrednern werden, verspielen sie in kürzester Zeit ihr mühsam aufgebautes Image. Etwa das, einem Leitmedium anzugehören. So hat die Zeitung mit den großen Buchstaben in den letzten Wochen nicht nur einen politischen Hoffnungsträger verloren. Also doch: kein Leitmedium, sondern ein Kampfblatt.

Wie es anders geht? Kurt Tucholsky gab 1930 in der „Weltbühne“ als journalistische Leitlinie den „niemals zu unterdrückenden Drang, die Wahrheit zu sagen“ aus. Ja, das kann heutzutage auch wirtschaftliche Folgen haben. Wie man ihnen angemessen begegnet, ist zum Beispiel in der aktuellen Ausgabe von brand eins nachzulesen. Chefredakteurin Gabriele Fischer macht ein Heft über unabhängige Menschen. Und stellt fest, „dass diese Menschen genauso handeln, als gehörte ihnen die Zukunft - weil sie aufgehört (oder nie begonnen) haben, über Unsicherheit und wechselnde Einkommensverhältnisse zu klagen. Stattdessen konstruieren sie sich ihre eigene, von traditionellen Statussymbolen unabhängige Werte- und Lebenswelt.“

Auch das kann eine Leitlinie für Journalisten sein. Überschrift des Editorials: „Der freie Bürger.“ Mehr dazu hier:
http://www.brandeins.de/aktuelle-ausgabe/artikel/der-freie-buerger.html