Investitativ - irre gefragt

Erst neulich wieder so ein Gespräch über Journalismus: Der Geschäftsführer will das Profil schärfen, die Redaktion soll mehr investigative Geschichten heranschaffen. Erinnert sich noch jemand an Carl Bernstein (im Bild links) und Bob Woodward, die einst für die Washington Post schrieben? 

Über Jahre waren die beiden jungen Reporter in Washington freigestellt, um an der Geschichte über den Einbruch im Watergate-Building zu rechnerchieren. Am Ende führten ihre Berichte zum Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon. Arbeitsbedingungen, von denen ein großteil junger Redakteurinnen und redakteure heute nur träumen können. 

Doch es gibt Anzeichen, dass sich hier etwas verändert. der vor einiger zeit gegründete Rechercheverbund von WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung ist so ein beispiel. Und die Ernsthaftigkeit, mit denen ausgerechnet RTL rund um Günther Wallraff eine junge Truppe zusammengestellt hat, die zur Not auch dem Werbekunden Burger King auf die Füße treten darf. Hätte es früher nicht gegeben. Weiter so. 

Die Story von Bernstein und Woodward wurde verfilmt, mit Dustin Hoffmann und Robert Redford. "All the presidents men" heißt der Film im Original, im Deutschen "Die Unbestechlichen". Sollte sich Geschäftsführer einmal ansehen, die das Profil ihrer Redaktion schärfen wollen.