Aus dem Hörsaal in die Redaktion

"Was willst Du nach dem Studium machen?" "Irgendetwas mit Medien." So lautete früher der Spruch unter Geisteswissenschaftlern, wenn sie nach ihren Plänen für die Zeit nach der Uni gefragt wurden. Inzwischen hat sich an den Hochschulen einiges geändert.

Durch Bachelor- und Master-Studiengänge hat die Nähe zur Berufspraxis zugenommen. Und die Studenten haben immer mehr die Möglichkeit, ihre Hochschulausbildung durch Auslandsaufenthalte zu ergänzen, wie Prof. Dr. Walter Pape betont. Pape ist Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln. Er setzt sich seit vielen Jahren für die Internationalisierung des Studiums und den Praxisbezug der Germanistik ein.

Zum Beispiel in seinem Proseminar "Germanistik und Beruf" , in dem ich als Gast in dieser Woche einen Einblick in die Berufschancen als TV-Journalist gegeben habe. "Werden Sie Praktikant. Und wenn Sie Praktikant sind, bleiben Sie es nicht", lautete eine der Empfehlungen für den Einstieg. Die Studentinnen und Studenten hatten auch die Möglichkeit, sich auch über die vielen Wege ins Volontariat oder in eine Journalistenschule zu informieren.

Eine junge Zuhörerin, die bereits in einer TV-Redaktion arbeitet, berichtete über die Bürokratie und den "Verwaltungskram" dort. Sie hat also schon erfahren, dass der Beruf des Journalisten nicht nur Abenteuer zu bieten hat. Die wichtigste Empfehlung für die Teilnehmer des Seminars lautete: "Studieren Sie zu Ende, aber studieren Sie nicht zu viel." Denn ein ordentlicher Praxisbezug schon während der akademischen Ausbildung ist Voraussetzung dafür, später in einer Redaktion unterzukommen.

Der Journalismus – auf der anderen Seite – wartet dringend auf junge Nachwuchskräfte, die gelernt haben, in der Recherche (was die Forschungsarbeit während des Studiums ja auch ist) eigenen Fragestellungen nachzugehen. Und dabei auch einmal ein "dickeres Brett" zu bohren.

Und hier finden Sie den Vortrag zum Seminar: "TV-Journalismus – Einige (Un-)Wahrheiten über den Beruf des Redakteurs"